10.12.2025
„Heute ist ein ganz besonderer Tag für die Gemeinde Gaukönigshofen. Heute sprechen wir Dank aus. Öffentlich, feierlich und aus tiefer Überzeugung.“ Diese Worte sprach Bürgermeister Johannes Menth zum Beginn des Festaktes, bei dem die ehemaligen Bürgermeister Paul Lehrieder und Bernhard Rhein zu Ehrenbürgern ernannt wurden.
Eröffnet wurde der Termin im Sitzungssaal des Rathauses von den Mitgliedern der örtlichen Musikkapelle: Esther Pfeuffer, Joachim Sollner, Barbara Haaf, Leon Michel und Thomas Maag. Laut Menth bekommen zwei Männer, die, wie er sagte, die Gemeinde über Jahrzehnte hinweg geprägt, gestaltet und verantwortungsvoll geführt haben, das höchste Ehrenrecht verliehen, das eine Gemeinde vergeben kann.
Die Verleihung der Ehrenbürgerwürde, ist, wie er in seiner Laudatio ausführte, keine Auszeichnung für einen einzelnen erfolgreichen Abschnitt, kein Orden für kurzfristige Verdienste und schon gar keine Selbstverständlichkeit. „Sie ist ein Zeichen von tief empfundener Dankbarkeit und Respekt der Bürgerschaft gegenüber Menschen, die außergewöhnliche, nachhaltige und selbstlose Leistungen für das Gemeinwohl erbracht haben.“
Sichtbare Spuren
Mit Paul Lehrieder und Bernhard Rhein werden, so Johannes Menth, zwei Männer geehrt, deren Spuren in Gaukönigshofen sichtbar sind. In Beton und Stein, aber vor allem im Gedächtnis der Menschen. Nach den einführenden persönlichen Worten, die den beiden zu Ehrenden galten, ging der Bürgermeister im Einzelnen auf die Verdienste seiner Vorgänger ein.
Paul Lehrieder, der von 1990 bis 2006 Bürgermeister war, habe Gaukönigshofen nachhaltig geprägt. In seiner Amtszeit kamen in dem gerade wiedervereinigten Deutschland wie überall im Land auch auf Gaukönigshofen neue Herausforderungen zu. Für Paul Lehrieder, der die Herausforderungen mit Sachverstand, Weitblick und Verantwortungsbewusstsein angenommen habe, standen die umfassende Kanalsanierung und die Flurbereinigung ebenso an wie die Dorferneuerung in vier der fünf Ortsteilen.
In seiner 16-jährigen Amtszeit habe er die Gemeinde in das neue Jahrtausend geführt und zukunftsfähig gestaltet. Bevor er 2005 in den Deutschen Bundestag gewählt wurde, war Paul Lehrieder laut Menth nicht nur Bürgermeister aus Überzeugung, sondern auch ehrenamtlich tätig.
Die kommunalpolitische Arbeit von Bernhard Rhein begann 1996. In seiner Amtszeit in den Jahren 2006 bis 2020 brachten sowohl die Finanz- als auch die Flüchtlingskrise eine Fülle an Aufgaben und Krisen mit sich. Bei den Krisen, die für die Gemeinde enorme Unsicherheiten brachten, hat Bernhard Rhein „nicht geklagt, sondern gehandelt“.
Die Sanierung der Mittelschule, der Bau von zwei Kinderkrippen und auch den Bau des Kinderhortes auf den Weg zu bringen, „das sind Investitionen in Bildung, in Familien und in die Zukunft der Kinder“. Aus tiefem Glauben heraus habe sein Amtsvorgänger neben all dem politischen Einsatz ehrenamtlich als Kommunionhelfer und Wortgottesdienstleiter gewirkt, sagte Menth.
Zusammenfassend fuhr er fort: „Paul Lehrieder und Bernhard Rhein, zwei unterschiedliche Persönlichkeiten, zwei unterschiedliche Zeiten, zwei unterschiedliche Herausforderungen.“ Menth dankte nachdrücklich den Familien der Geehrten, die so oft, wie Christiane Lehrieder und Elfriede Rhein, hinter dem arbeits- und zeitintensiven Einsatz ihrer Männer zurückstehen mussten.
Wie Paul Lehrieder sagte, war seine Zeit als Bürgermeister spannend. Und nach seinen Worten sei gut zu sehen, was in den vergangenen 20 Jahren in der Gemeinde gewachsen sei. „Ich habe die Sache gerne gemacht“, sagte Bernhard Rhein. Für ihn war es, wie er sagte, eine erfüllte Zeit, in der für ihn vor allem die Belange der Menschen im Vordergrund gestanden hätten.

Fotountertitel:
Bei der Ernennung von Bernhard Rhein (links) und Paul Lehrieder zu Ehrenbürgern von Gaukönigshofen schloss Bürgermeister Johannes Menth (Mitte) auch die Ehefrauen Elfriede Rhein und Christiane Lehrieder in den Dank mit ein.
Text und Foto: Hannelore Grimm
Quelle: Main Post